von Christoph Sebald und Martin Luckert, Mitglieder im Landesvorstand, aus Berlin
Wir wollen mehr! So oder so ähnlich lautet das Ergebnis der vierten verband:stoff-Akademie des JEF-Bundesverbandes in Berlin. Neben außenpolitischer, wirtschaftlicher und demokratischer Integration wurden in einem praktischen Modul Methoden der Moderation und Gesprächsführung vermittelt. Abseits des spannenden thematischen Programms hatten wir viel Gelegenheit uns mit dem internationalen Teilnehmer_innenfeld auszutauschen. Wie immer diskutierten wir viel und lebhaft.
Freitags reisten wir an und stolperten direkt in das Kennenlernspiel Sociometry. Die engagierten Moderator_innen brachen binnen kurzer Zeit das Eis und sorgten durchgehend für eine gute Atmosphäre. Zum Einstieg hörten wir einen kurzen Vortrag über die Methoden der Moderation. Dieser theoretische Input sollte sich wie ein roter Faden durch das Seminar ziehen. Die Teilnehmenden moderierten selbständig alle folgenden Diskussionsgruppen. In geselliger Runde ließen wir den ersten Tag ausklingen.
Mit einem geradezu sportlichen Warm-up begannen wir den zweiten Tag. Die Europäische Union nach dem Lissaboner Vertrag war Thema des Vortrages von Julian Plottka, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für europäische Politik. Das Zusammenspiel der Institutionen, ihre Handlungsrahmen und die anstehenden Herausforderungen waren der Aufschlag zu packenden Diskussionen in den Kleingruppen.
Nach dem Mittagessen folgten Workshops zu den Themen gemeinsame Außenpolitik, Demokratie und Wahlen sowie Wirtschaftspolitik. Sachkundige Experten boten hier die Grundlage zu ausgiebigen Debatten und auch die Moderatoren waren jetzt gefordert. Probleme und Herausforderungen wurden analysiert, schließlich Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Es kamen alle zu Wort und auch wenn man nicht immer einer Meinung war, so verliefen die Diskussionen stets fair und in gegenseitigem Respekt. Spätestens beim Thema Wirtschaft gingen die Meinungen allerdings auseinander und auch bei der spezifischen Umsetzung transnationaler Wahllisten konnte man sich nicht so richtig einigen. Konnten wir auch nicht allem zustimmen, so waren wir doch um viele Perspektiven reicher. Den Abschluss bildete eine Feedbackrunde im Aquarium.
Sonntags besetzten wir Häuser, wurden Razzien durchgeführt und schließlich waren wir ganz enttäuscht, als Erdbeben und Feuersbrünste unsere Eigenheime wieder einäscherten. Eins ist sicher: unser Methodenrucksack ist auf jeden Fall um eine kleine aber feine Warm-up-Methode reicher. Weiter ging es im Programm. In Talkshows fassten wir die Ergebnisse des Vortages kurz und knackig zusammen – eine wahre Herausforderung für Berichterstattende und Moderation, die komplexen Inhalte in einer halben Stunde verständlich und prägnant darzustellen. Nach einer letzten Evaluationsrunde gab es noch belegte Baguettes und schließlich machten wir uns auf den Rückweg.
Was wir aus Berlin mitgenommen haben? Einen Rucksack vollgepackt mit tollen Methoden, viel interessante Perspektiven und Inhalte.
Besonders bedanken wollen wir uns bei den Organisator_innen, die ein wirklich gelungenes Seminar auf die Beine gestellt haben, aber auch bei den engagierten Teilnehmenden.