Ankündigung: Podiumsdiskussion Nationalismus in Europa

Nationalisten scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Fast 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind Nationalismus und Xenophobie wieder auf dem Vormarsch. Vor über zwanzig Jahren durchbrachen Europas Bürger den Eisernen Vorhang und machten damit einen wichtigen Schritt hin zu einem Europa des Friedens und des Miteinanders. Doch allerorten heben nationalistische Ideologen neue und alte Gräben zwischen den Völkern Europas aus. Dies ist die Wiege zukünftiger Konflikte und vielleicht sogar Kriege.
Nationalistische Bewegungen in Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Ungarn und nun auch noch der Wahlerfolg der Wahren Finnen. Die Tendenz ist eindeutig: Es findet ein Rückzug ins Nationale statt, der nicht selten mit nationaler bis nationalistischer, ja sogar offen Rechtsaußenrhetorik einhergeht. Sicherlich unterscheiden sich die jeweiligen nationalen Entwicklungen in ihrer Qualität erheblich, doch trotzdem stellt sich uns immer mehr die Frage nach den Ursachen und Auswirkungen.
Lassen sich hier Parallelen oder doch eher Unterschiede festmachen? Fest steht, mit den Niederlanden haben wir es eher mit einem EU-Integrationsgewinner zu tun, wohingegen Ungarn definitiv als Verlierer im Integrationsprozess dasteht. Ist die vermeintliche Bürgerferne der Europäischen Union, postdemokratische Entwicklungen (Colin Crouch) oder vielleicht sogar neoliberale Leistungsrhetorik dafür verantwortlich? Basieren die nationalistischen Strömungen doch eher auf anderen gesellschaftlichen Entwicklungen?
Welche konkreten Unterschiede lassen sich in der Ausprägung der verschiedenen nationalen und nationalistischen Strömungen ausmachen und in welchen Ländern sind die Muster ähnlich?
Welche Konsequenzen haben die verschiedenen Nationalismen speziell für die Zusammenarbeit in der EU und die europäische Vision im Allgemeinen?
Welche zukünftigen Entwicklungen sind zu erwarten und welche Lösungsmöglichkeiten könnten der Problematik entgegenwirken?
Diese Fragen und viele mehr erwarten euch.

Als Gäste für die Podiumsdiskussion konnten wir gewinnen:
Dr. István Hegedűs (Präsident der Ungarischen Europa-Gesellschaft, ehemaliger Abgeordneter der Fidesz)
Ulla Kalbfleisch-Kottsieper (Leiterin der Stabsstelle Europäische Integration und Rechtspolitik im Thüringer Justizministerium)
Dr. Olaf Leiße (Vertretungsprofessor für Europäische Studien der Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Carsten Meyer MdL (Europapolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis ’90/Die Grünen im Thüringer Landtag)

Moderiert wird die Veranstaltung von Professor Dr. Florian Hoffmann (Franz Haniel Chair of Public Policy der Willy Brandt School).

Ort: Café Campus Hilgenfeld (in der Universitätsbibliothek)
Zeit: 15. November 2011, 19:30 Uhr
Eintritt frei!

Auf euer kommen freut sich
eure Hochschulgruppe Junge Europäische Föderalisten Erfurt

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